Storage Hunter Simulator

PC

Die beliebte US-Serie „Storage Wars“ fokussiert sich auf das Bieten von verlassenen Lagerräumen. Die Begeisterung dieser Serie versucht nun der Entwickler Raccoons Studios mit Storage Hunter Simulator auf die heimischen Bildschirme zu übertragen. Welche Ansätze dieser Titel verfolgt und ob man sich auf spannende Auktionen freuen kann erfahrt ihr in unserem aktuellen Testbericht.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Das Spielprinzip orientiert sich ganz klar am Serienableger. Nach einer kurzen Einführung in die Spielthematik werden wir uns auch sogleich auf den Weg zu unseren ersten Auktionen begeben. Nach erster Sichtung der Ware können wir unsere Gebote abgeben. Früher oder später werden wir dann auch unsere erste Auktion gewinnen und können uns dann über die erworbene Ware hermachen. Die Waren unterscheiden sich dann noch einmal in Schrott, welcher sofort und vor Ort verkauft werden kann sowie die andere Ware, welche wir dann zunächst auf die Ladefläche unseres Wagens verladen müssen. Der nächste Weg führt uns dann in die örtlichen Shops, wo wir diese dann hoffentlich gewinnbringend verkaufen können, um an weiteren Auktionen teilzunehmen.

Der Einstieg in Storage Hunter Simulator gestaltet sich daher recht simpel und bedient sich einfachen Mitteln. Aber gerade hierbei wird ein markanter Unterschied zum Serienableger relativ schnell deutlich. Auch wenn die Auktionatoren lustig wirken, fehlen humoristische Dialoge zwischen den Bietenden, wie wir diese eigentlich aus der Serie her geliebt haben. Demnach wirkt es eher funktional, so dass wir unsere Gebote so lange in die Höhe treiben können, bis wir als Sieger hervorgehen und uns über die erworbene Ware freuen können. Außer das ein wenig Geschick bei der Verladung notwendig ist fehlt dennoch ein wenig Spannung und Spaß bei den Auktionen. Denn diese werden stets gleich ablaufen. Auch ist es tatsächlich sehr willkürlich, wie hoch unsere Konkurrenten im Gebot mitgehen werden. Irgendwie wirkt das nicht so, als wenn diese mehr bieten, wenn die Ware im Lagerhaus attraktiver aussieht.

Weiteres Gameplay

Der weitere Spielablauf wird fortan immer einem roten Faden folgen. Wir müssen Lagerräume ersteigern und deren Inhalt durchsuchen, um daraufhin verwertbare Gegenstände weiterzuverkaufen. Manche Waren können dann noch bei Experten geschätzt werden, um den Wert noch etwas zu steigern.

Im späteren Spielverlauf können wir dann beispielsweise noch eigene Shops erwerben, wo wir unsere Ware dann anbieten können. Anders als bei den herkömmlichen Händlern haben wir hierbei sogar die Möglichkeit die Preise selbst zu bestimmen. Wer Wert darauf legt seinen Shop selbst zu gestalten kann die Ware dann sogar im Laden eigenständig aufstellen. Wer darauf aber keinen so großen Wert legt kann diese Arbeit auch in die Hände eines Angestellten legen. So agiert dieser automatisiert und wird Waren aus dem Lager eigenständig auf freie Flächen verteilen. Allerdings wird dieser dann auch nicht die Preise beeinflussen, sondern nimmt stets den vorgegebenen Verkaufspreis, welcher vom Spiel empfohlen wird.

Zusätzlich haben wir auch die Möglichkeit weitere Fahrzeuge zu erwerben, um somit noch mehr Stauraum für die Waren der gewonnenen Auktionen zu besitzen. So kann man mehrere Auktionen nacheinander abhalten, bevor man die Ware zunächst im eigenen Store zwischenlagern muss.

Entsprechend muss der Spieler stets das Budget im Auge behalten, um langfristig erfolgreich zu sein. Kosten für Fahrzeuge, Lagerflächen und Investitionen müssen daher immer bedacht werden.

Optische Darstellung

Grafisch betrachtet bleibt Storage Hunter Simulator bodenständig und setzt keinen großartigen Wert auf hochauflösende Texturen. Die Spielwelt ist daher auch übersichtlich gestaltet und sämtliche Orte, mit denen wir interagieren können, erfüllen stets ihren Zweck. Der Fokus liegt daher deutlich auf einer Funktionalität anstelle von abwechslungsreichen Arealen. Das wird insbesondere bei den Fahrten durch die Kleinstadt deutlich, die leider nicht so belebt wirkt, wie wir uns dies vielleicht gewünscht hätten.

Packender Late Game Content?

Storage Hunter Simulator macht deutlich, dass es vor allem darum geht ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Wo wir klein Beginnen können wir zukünftig mehrere Stores und Fahrzeuge erwerben, um den Profit noch weiter auszubauen. Der Fokus liegt daher deutlich im Prozess selbst und nicht mit kurzen Meilensteinen, die durch irgendwelche Events ausgelöst werden.

Da es keine unvorhergesehenen Katastrophen oder ähnliches geben wird liegt der Fokus deutlich auf Gelegenheitsspieler, welche einen gewohnten Spielfluss ohne Abzweigungen genießen wollen. Ob dieser Content auf die Dauer fesselnd wirkt hängt demnach vom Spielertypen ab und welche Erwartungen man an einen Simulationstitel hat.

Fazit

Fans der US-Serie, welche sich vielleicht eine genaue Adaption auf die heimischen Bildschirme gewünscht haben sollten, werden vielleicht mit einer gewissen Enttäuschung herausgehen. Denn Storage Hunter Simulator nutzt nur das bestehende Konzept der Serie, greift aber keine humoristischen Dialoge zwischen den Bietenden auf. An dieser Stelle wäre es vielleicht sogar sehr spannend gewesen, wenn wir bei manchen Auktionen auf dieselben Kontrahenten stoßen würde, um dadurch etwas Spannung und Abwechslung in das Gameplay bringen zu können. Stattdessen liegt die Stärke des Titels viel mehr bei den wirtschaftlichen Entscheidungen und der langfristigen Planung.

Spieler, welche einen Wert auf Risikoabwägung in einer Simulation legen, werden mit dem Titel aber ein stimmiges Gesamtpaket erhalten, was durchaus spaßige Stunden mit sich bringen kann. Alleinig die Showelemente wurden hierbei in den Hintergrund gerückt.

Good

  • Entspannte Simulation ohne Stress
  • Einfacher Spieleinstieg
  • Aufbauender Wirtschaftszweig

Bad

  • Begrenzte Abwechslung im Late Game
  • Leblose Umgebungen
  • Kaum unterschiedliche Waren
7.5

Befriedigend

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