Der Publisher Wargaming fokussiert sich vor allem auf strategische Games, bei welchen kein rasantes Gameplay im Vordergrund steht, sondern vielmehr eine Mischung aus Positioning und taktischem Feingefühl. Insbesondere bei den Spielen World of Tanks oder World of Warships.
Mit World of Tanks: HEAT versucht der Publisher nun aber einen anderen Weg einzuschlagen und setzt einen größeren Fokus auf ein arcadelastiges Gameplay, welches deutlich rasanter und auf weniger Taktikelemente wie das Hauptspiel setzen soll. Wir haben für euch einen Blick in die Closed Beta der vergangenen Woche geworfen und berichten euch exklusiv von unseren Erfahrungen.
Das alternative World of Tanks Universum
World of Tanks hat nun schon einige Jahre auf dem Buckel und ist gekennzeichnet von langsamen und eher bedächtigen Gefechtsrunden, in welchem man nicht nur auf sein Positioning achten, sondern auch jegliche Aktionen Abwegen muss.
Der erste Blick in die Closed Beta von World of Tanks: HEAT hat uns aber sogleich direkt die markanten Unterschiede zum klassischen Titel aufgezeigt. Primär wird eher auf rasante Gefechte und klassische Arcade-Spielmodi gesetzt, um die Action Elemente deutlich in den Vordergrund zu rücken. Es wird verschiedene Spielmodi geben, die nicht nur actiongeladene Gefechte versprechen, sondern auch die nötige Abwechslung mit einher bringen. Zusätzlich werden wir auch auf verschiedene Agenten zurückgreifen können, welche individuelle Panzer besitzen werden – Hierzu aber gleich mehr!



Die verschiedenen Spielmodi
Wie bereits erwähnt wird es in World of Tanks: HEAT nicht primär darum gehen, das gegnerische Team möglichst taktisch aus dem Weg zu räumen. Vielmehr setzt das Gameplay auf rasante Gefechte, bei welchem wir auch die Möglichkeit haben nach unserem Ableben per Respawn in den Kampf wieder einzusteigen. Hierzu wird es auch unterschiedliche Spielmodi geben, die wir euch kurz vorstellen wollen:
Conquest
Dies ist der einzige Spielmodus, in welchem 10 Spieler gegeneinander antreten werden. Auf den verschiedenen Karten werden Bereiche aufgezeigt, die es zu erobern gilt, indem wir unseren Panzer in die Markierung lenken und diesen entsprechend erobern und auch halten. Dadurch werden wir Punkte bekommen, welche uns zu unserem Sieg verhelfen sollen.
Da es auf der Map mehrere Punkte zu erobern gibt wird es harte und immer wechselnde Gefechte an den Knotenpunkten geben.
Hardpoint
Dieser Spielmodi ähnelt dem ersten, wird aber nur in 5er Teams abgehalten. Anders als im Conquest-Modus werden die zu erobernde Bereiche spontan und willkürlich auf der Map erscheinen, wobei ein ständiges Positionswechseln unabdingbar ist. Die Punkte müssen dann nur noch erobert und vom Gegner verteidigt werden.
Control
Auch in diesem Modus werden 5er Teams gegeneinander antreten und müssen lediglich eine Kontrollzone auf der Map erobern und halten. Nach Erreichung von 100% wird man einen Punkt erhalten. Insgesamt werden maximal drei Runden gespielt, wobei das Team gewinnen wird, welches die meisten Siege errungen hat.
Kill Confirmed
Dieser Modus grenzt sich etwas von den Eroberungsparts ab und setzt einen Fokus auf das Ausschalten von Gegnern. Auch hier werden die Spieler nur in 5er Teams gegeneinander antreten müssen. Um diesen Modus noch etwas herausfordernder zu gestalten, müssen die Gegner nicht nur eliminiert werden, sondern diese droppen bei ihrem Ableben so genannte Tokens. Diese müssen dann noch eingesammelt werden, so dass wir ab 25 Tokens siegreich vom Feld gehen werden. Wichtig ist hierbei, dass wir auch die Tokens unserer Verbündeten einsammeln können, um zu verhindern, dass die Gegner dadurch wichtige Punkte zum Sieg erhalten können.

Unterschiedliche Agenten
Ein weiterer markanter Unterschied zum klassischen World of Tanks liegt auch in der Wahl des Agenten. Denn wir werden nicht nur einen beliebigen Panzer einer Nation auswählen können, sondern müssen uns für einen der unterschiedlichen Agenten entscheiden, welche wiederum zwei individuelle Panzertypen mit ins Gefecht bringen werden.
In erster Linie unterscheiden sich die Agenten in ihren Angriffs-Fähigkeiten und haben sogar jeweils eine individuelle Ulti, auf welche zurückgegriffen werden kann. Neben den Allroundern haben wir aber auch die Möglichkeit auf Agenten zurückzugreifen, welche besonders Stark in der Abwehr sowie im Angriff sind.
Durch absolvierte Matches können jegliche Agenten, sowie deren Panzer, dann auch noch aufgewertet und verbessert werden.

Angepasstes Gameplay mit Panzercharme
Aber wie fühlt sich das neue World of Tanks: HEAT denn nun genau an? Die ersten Runden in der Closed Beta haben bereits sehr deutlich gemacht, dass man den Absprung auf kurze und action geladene Gefechte setzten möchte und dabei auf ein klassisches Respawn-System setzt, welches aus Titeln wie Battlefield oder Overwatch her bekannt vorkommen dürfte. Vor allem hinsichtlich der Elemente von verschiedenen Fähigkeiten, welche die unterschiedlichen Agenten ins Spiel mitbringen werden.
Viel weniger achten wir auf unser Positioning, sondern fahren gerne einmal direkt in Gegnerhorden rein, wohlwissend, dass wir auf unsere Ulti zurückgreifen können und gerne einmal immensen Schaden austeilen können. Aber an dieser Stelle komme ich auch direkt zu einem kritischen Punkt, der uns bei den etlichen Gefechten aufgefallen ist. Beim Auslösen unserer Ultis erfolgt immer eine kurze Videosequenz, welche den Spielfluss leider unterbrechen wird. Leider auch teilweise wichtige Sekunden, in welcher wir unseren Panzer nicht steuern können und dem gegnerischen Feuer widerstandslos ausgesetzt sind. Je nachdem, welchen Agenten wir gerade verwenden wird nach erfolgreicher Nutzung der Ulti noch eine Videosequenz nachgereicht, die uns tatsächlich in der ein oder anderen Runde schon das Leben gekostet hat.
Aber abseits des Ulti Faux-Pas machen die Gefechte sichtlich Spaß und die verschiedenen Agenten laden auch zur Abwechslung ein. Mit welchem Agenten die Spieler schlussendlich zum Erfolg kommen werden hängt nicht nur von den Upgrades ab, sondern auch vom eigenen Spielstil. Sonst sind auch die unterschiedlichen Modi abwechslungsreich gestaltet worden. Schade ist es an dieser Stelle nur, dass wir uns nicht für einen Spielmodi entscheiden können, sondern dieser immer per Zufall gewählt wird. Hierbei wäre es durchaus wünschenswert, wenn wir zukünftig die Möglichkeit haben werden uns für einen speziellen Modus zu entscheiden. Denn manch einmal macht es einfach mehr Spaß die gegnerischen Panzer zu eliminieren und die Tokens einzusammeln, anstelle der eigentlichen Eroberung.

Fazit
Mit World of Tanks: HEAT verspricht der Publisher Wargaming tatsächlich ein abwechslungsreiches Game mit Panzercharme, welches sich vom bisherigen Spielgefühl abheben wird. Die Gefechte sind kurz, intensiv und erinnern an bekannte Spiele wie Battlefield oder Overwatch. Ausser, dass uns die Zwischensequenzen bei den Ultis den ein oder anderen Nerv geraubt haben, war das Spielgefühl dennoch passend für einen gemütlichen Tagesausklang.
Nun bleibt nur noch mit Spannung abzuwarten, welche Elemente noch den Weg in die finale Fassung des Spieles finden werden, um ein langzeitspielspaß gewährleisten zu können. Denn wo Spiele wie World of Tanks oder World of Warships auf einen ausgeklügelten Technologiebaum mit herausfordernden und taktischen Matches setzen wird World of Tanks: HEAT wohl eher den stupiden Casual Gamer ansprechen, welcher eher nach dem kurzweiligen Spielspaß suchen wird. Da dieser Titel aber auch als Free-2-Play Model angedacht ist sollte man zumindest einen Blick in das Spiel werfen.