Mit Baby Steps schafft der Publisher Devolver Digital einen etwas neuartigen Titel, den es so noch nicht auf dem Markt gegeben hat. Die Mischung aus Cozy Gameplay für Gelegenheitsspieler und herausfordernden Arealen, die für Frustmomente sorgen können, sind zumindest einen Blick wert. Was ihr bei Baby Steps erwarten könnt und vor allem unseren Eindruck vom Spiel erfahrt ihr wie immer im aktuellen Testbericht.
Die Suche nach der Story..
In Baby Steps werden wir in die Rolle von Nathan schlüpfen. Dieser entpuppt sich allerdings nicht als Held, sondern als ein Typ, der noch zuhause im Keller bei seinen Eltern wohnt und keiner Arbeit nachgeht. Vor dem Fernseher eingenickt erwachen wir plötzlich in einer surrealen Welt und tragen fortan einen modischen und sehr körperbetonenden Jumpsuit.
Ohne einen wirklichen geschichtlichen Hintergrund werden wir uns dann auf unsere Reise begeben müssen und dürfen die open World Map nach unserem Belieben erforschen. Ein Ziel wird auch nicht vorgegeben, außer das wir in einer ersten Zwischensequenz erfahren, dass wir nach einer Toilette suchen. Dazu aber gleich noch mehr.

Neuartiges Gameplay mit Herausforderungen
Baby Steps glänzt zwar nicht mit einer tiefgründigen Storyline und würde wahrscheinlich komplett untergehen, wenn wir uns nur in der Umgebung mit klassischer Steuerung umher bewegen müssten. Der Unterschied liegt aber ganz klar hierbei. Denn es wird ein Fokus auf das Gamepad gesetzt, so dass wir zur Fortbewegung beide Beine einzeln steuern können. Was anfänglich fast unmöglich erscheint lässt nach mehreren Spielminuten zumindest nach, so dass wir uns auf diese neuartige Steuerung auch wirklich einlassen können.
Aber genau diese neuartige Steuerung lässt das Spiel herausfordernd und spaßig wirken. Wo einfache Pfade problemlos bestritten werden können werden wir aber auch auf Passagen stoßen, in welchen wirkliches Geschick gefragt ist. Ob rutschige Matschabhänge, oder kleine Pfade, die wir meistern müssen sind nur zwei Beispiele, auf die wir stoßen werden. Das Problem ist nur, dass sobald wir einmal abrutschen sollten, wir unter Umständen einen kompletten Abhang wieder herunterrutschen werden. Denn Nathan wird nicht versuchen sich irgendwo festzuhalten, sondern wir richtig melancholisch liegen bleiben, bis wir zum kompletten Stillstand kommen werden. Was spaßig aussieht kann nach mehrmaligen Fehlversuchen auch gerne einmal in Frust enden. Aber genau das ist die Schwäche und Stärke von Baby Steps.



Unterschiedliche Biome
Auf unserer Reise werden wir durch die unterschiedlichsten Biome wandern, so dass unserem Auge auch wirklich etwas geboten wird. Wo wir in einem nassen Gelände starten, werden wir nach einigen gewonnenen Höhenkilometern auch auf Wälder, eisige Landschaften oder sogar Wüsten stoßen. Jedes Areal wird durch Wüsten, Berge, Häuser und andere Objekte abwechslungsreich gestaltet. Auch werden wir immer wieder auf kleinere Nebenaufgaben stoßen, in welchem wir zum Beispiel einen Gegenstand aufsammeln und irgendwohin bringen müssen. Das dies natürlich keinen nennenswerten Vorteil mit sich bringen wird, konnten wir bei den entsprechenden Situationen noch nicht erkennen. Unser Ehrgeiz und Fleiß hat immer wieder dafür gesorgt diese Passagen zu meistern, auch wenn wir im Endeffekt keine Bonis dadurch erhalten haben. Aber mit diesen kleineren Nebenaufgaben sorgt der Publisher Devolver Digital zumindest für eine Abwechslung, auch wenn diese auch komplett ignoriert werden kann.

Glänzende Synchronisation
Was uns sehr überrascht hat waren die Zwischensequenzen. Zum einen sind diese sehr humoristisch aufgebaut, auch wenn die Gespräche keinen wirklich sinnvollen Inhalt mit sich bringen werden. Wir lernen unterschiedliche Charaktere kennen, haben aber immer das Gefühl, dass uns diese in keiner Weise weiterbringen werden, unser Ziel zu erreichen. Aber eins blieb uns von Anfang an sehr positiv im Gedächtnis – Die wirklich sehr gut umgesetzte Synchronisation. Zwar ist alles auf Englisch gehalten und bei Bedarf können auch deutsche Untertitel eingeblendet werden. Aber die eingesprochenen Szenen wirken wirklich sehr authentisch und qualitativ sehr hochwertig. Wenn man das mit der Storyline und dem gesamten Umfang des Spieles vergleicht, hätte man damit zumindest nicht rechnen können.
Wer ein wenig schrägen Humor mag, der wird bei den Sequenzen zumindest auf seine Kosten kommen.


Fazit
In meinen Augen ist Baby Steps mitunter ein sehr interessanter Titel, welcher zwar keine packende Hintergrundstory mitbringt, sich aber dafür auf ein alternatives Spielgefühl fokussiert. Die anders wirkende Steuerung ist nicht nur herausfordernd, sondern sorgt für einige wahnwitzige Momente. Auch wenn wir anfänglich mit etwas Skepsis auf den Titel geblickt haben, konnte uns dies durchaus für einige Stunden fesseln. Besonders anzumerken ist der steigende Schwierigkeitsgrad, der aber immer wieder Passagen beinhalten wird, wo wir problemlos vorankommen werden. Natürlich sind wir öfters abgestürzt und waren kurz vor einem Nervenzusammenbruch, aber der Ehrgeiz konnte uns immer wieder packen. Auch kleinere Aufträge haben uns angespornt diese zu erledigen, auch wenn wir manchmal etwas enttäuscht waren. Denn der Reward war an mancher Stelle zum Beispiel ein besonderer Hut. Und auch hierbei gab es Situationen, wo wir den hart umkämpften Bonus den Abhang haben herunterfallen sehen, weil wir aus dem Gleichgewicht kamen.
Die zudem sehr gut umgesetzten Synchronisationen in den Zwischensequenzen mit eigenem Humor sorgen auch für die gewisse Abwechslung.

Wer demnach nach einem Spiel mit herausfordernder neuartiger Steuerung ist, welches humoristisch auf einem anderen Level ist, wird mit Baby Steps sicherlich auf seine Kosten kommen können. Aktuell ist der Titel für rund 19,99€ via Steam im Shop zu erwerben.